Dr. Andreas Tremel 

– 04.04.2022

Einstiegschancen und Perspektiven für junge Projektmanager:innen

 

Interessiert nach dem Studium in das Projektmanagement einzusteigen? Dann können diese Informationen bei der Entscheidungsfindung helfen.

 

Im Laufe eines Studiums befassen sich viele Studierende erstmals detailliert mit expliziten Stellenausschreibungen und Positionen. Das kann auf Grund der Suche nach einem Praktikum, einer Werkstudentenstelle oder der Bewerbung für den ersten Vollzeitjob sein. Wer dabei auf die Position als Projektmanager:in stößt, fragt sich sicherlich, welche Fähigkeiten und Kenntnisse man dafür mitbringen sollte und, welche Zukunftsperspektiven es in diesem Berufsfeld gibt. Dieser Überblick liefert die wichtigsten Hintergrundinformationen zum Job als Projektmanager:in.


Zukunftsaussichten 

Eine gute Nachricht, wenn es um die Wachstumsrate eines Berufsbildes geht: Die Nachfrage nach Projektmanagern ist groß und das Angebot klein. Folglich gibt es nicht nur viele spannende Jobs, die besetzt werden müssen, sondern auch die Gehälter sind attraktiv. 

Wer zukünftig als Projektmanager:in arbeiten möchte, kann mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 54.600 € kalkulieren – unabhängig davon in welcher Branche man einmal arbeiten wird.


Charaktereigenschaften

Folgende Persönlichkeits- und Charaktereigenschaften sollte man besitzen: Ein Projektleiter beziehungsweise eine Projektleiterin sollte...

... bis zu einem gewissen Grad extrovertiert sein. 

Wem der Gedanke, mit vielen Menschen zu tun zu haben, Angst macht, sollte noch einmal in sich gehen. Denn wer ein guter Projektleiter werden will, sollte offen und zugänglich sein und gerne aktiv mit anderen kommunizieren. Wer das nicht mag, unterliegt der Gefahr, Projekte aufgrund mangelnder Kommunikation zu gefährden.

... hoch motiviert und enthusiastisch sein.

Als Projektleiter:in muss man über die notwendige Durchsetzungskraft verfügen, die zum Beispiel zur Verfolgung von Kennzahlen und Optimierung von Prozessen erforderlich ist. Zusätzlich braucht man die nötigen „Soft Skills“, um ein Projektteam mit dem eigenen Enthusiasmus anzustecken und zu besonderen zusätzlichen Anstrengungen zu motivieren.   

... eine positive Einstellung haben.

Eine optimistische Grundhaltung ist von Vorteil, gemischt mit einer ausreichenden Portion Pragmatismus. Die Aufgabe besteht darin, Projekte erfolgreich umzusetzen, abzuschließen und einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Dafür braucht es eine Vision und die feste Überzeugung, auch Kompliziertes zu schaffen. 

… stressresistent sein.

Wen Druck und Stress zur Hochform auflaufen lassen, der ist im Projektmanagement richtig aufgehoben. Egal, wie gut jemand plant, es besteht immer das Risiko unerwarteter Veränderungen. Das kann zu viel Stress führen und man muss wissen, wie sich ein Projekt auch unter geänderten Voraussetzungen erfolgreich abschließen lässt.


Kenntnisse und Fertigkeiten

In den meisten Fällen verwenden Unternehmen eine bestimmte Projektmanagement-Methodik und Prozessoptimierungs-Methoden. Wer ein erfolgreicher Projektmanager sein möchte, sollte wissen, wie traditionelle Methoden, zum Beispiel die Wasserfallmethode, Agile, Scrum, Kanban, Lean, Six Sigma etc. funktionieren.

Auch sollte man mindestens einen Bachelor-Abschluss haben, in der Regel in Betriebswirtschaft. Doch auch ein Quereinstieg ist denkbar, denn in bestimmten (technischen) Bereichen ist es beispielsweise wichtig, die nötigen Fachkenntnisse (z.B. in Mechatronik, Elektronik, etc.) mitzubringen. Immer mehr Unternehmen erwarten zudem eine Projektmanagement-Zertifizierung.  


Führungsqualitäten

Die wichtigste Aufgabe ist es, das eigene Team so zu führen, dass es effektiv und effizient arbeiten kann. Eine gute Führungskraft zu sein, hat wenig mit technischem Know-how aber viel mit Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl zu tun. Gute Führungspersönlichkeiten können Innovation und Kreativität fördern und einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen. 


Planung

Die zweite Hauptaufgabe einer Projektleiterin bzw. eines Projektleiters ist die Planung. Die Planung ist das wichtigste Gut, weil mit vielen Dingen gleichzeitig jongliert wird: Man muss das Projekt zu einem bestimmten Termin, innerhalb eines bestimmten Budgets und definierten Umfangs (Produkt-/Dienstleistungsanforderungen der Kunden oder Interessengruppen) umsetzen. Dies ist nur möglich, wenn man von Anfang an einen klaren Projektplan hat und weiß, wie sich Risiken rechtzeitig erkennen und minimieren lassen. 



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Dr. Andreas Tremel

Dr. Andreas Tremel ist Gründer und Geschäftsführer der InLoox GmbH, eines in München ansässigen Unternehmens, das die gleichnamige Projektmanagement-Software entwickelt und vertreibt.


Kommentare

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05.04.2022 – 20:07

Guido Bacharach

Das ist alles richtig und gut zusammengefasst. Ein guter Projektleiter sollte aber mit zunehmender Erfahrung auch in der Lage sein, "Fünfe gerade sein zu lassen". Planung ist, ob termingesteuert oder agil immer nur eine Richtschnur des Handelns.

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Dr. Andreas Tremel

Dr. Andreas Tremel ist Gründer und Geschäftsführer der InLoox GmbH, eines in München ansässigen Unternehmens, das die gleichnamige Projektmanagement-Software entwickelt und vertreibt.