Nadia Saoudi 

– 16.02.2022

Sich beruflich und persönlich weiterentwickeln, an Sichtbarkeit gewinnen und Wissen teilen – mit dem Mentoring-Programm der GPM (2)

Nachgefragt – die Interview-Reihe der GPM

Im Fokus das GPM Mentoring-Programm – Diesmal mit Mentee Dominik Robst und Mentor Holger Barth.

Mentee Dominik Robst im Interview


Herr Robst, was möchten Sie den Lesern über sich erzählen?

Dominik Robst: Ich bin in einem Jugendheim aufgewachsen und musste schwere Schicksalsschläge akzeptieren. Trotz widriger Umstände habe ich mich dazu entschieden, etwas aus meinem Leben zu machen und habe mich von unten nach oben gearbeitet. Ich habe in der Automobilindustrie gelernt, mehrere Jahre dort gearbeitet und mir dadurch auch mein Masterstudium des allgemeinen Maschinenbaus an der Bergischen Universität Wuppertal finanziert. In der Automobilindustrie konnte ich Softwareaufgaben und Konstruktionsaufgaben nachgehen. Anschließend bin ich für ein Automobilunternehmen in die USA gegangen und habe dort als generalistisch aufgestellter Ingenieur Aufgaben im Projektmanagement übernommen. Über diese Erfahrungen bin ich dann in die Gebäudetechnik gekommen und heute bin ich Projektmanager in der Pharmaindustrie. Mein Themenschwerpunkt liegt aktuell in der Digitalisierung, wobei Projektmanagement genau mein Steckenpferd ist.

Seit wann und weshalb sind Sie GPM Mitglied und wie wurden Sie auf den Verband aufmerksam?

Ich bin seit Anfang 2021 Mitglied bei der GPM. Durch meine Weiterbildung im Projektmanagement (IPMA) wurde ich auf die GPM aufmerksam. Als Führungskraft stelle ich mir oft selbst Fragen, z. B. Was ist eine gute Führungskraft? Welcher Führungsstil ist der beste? Wie bekommt man selbstdenkende Mitarbeitende oder wie werden Ziele definiert, wenn diese nicht messbar sind? Dazu habe ich ein „Coaching“ gesucht und ich finde den kompetenzbasierten Ansatz der GPM ziemlich gut, da jedes Projekt anders ist. Führungskräfte können sich untereinander wenig austauschen und stehen mit Problemen oft allein da. Diesen Austausch suche ich. Unter anderem geht es darum, wie beispielsweise Zeitaufwände richtig eingeschätzt, Kosten bei agilen Projekten konkret abgeschätzt oder besser mit Kunden kommuniziert werden kann.

Seit wann sind Sie Mentee im Rahmen des GPM Mentoring-Programms und mit welchen Erwartungen und Zielen sind Sie in diese Partnerschaft gegangen?

Mitte 2021 bin ich mit der Erwartung in das Mentoring-Programm gestartet, Unterstützung bei spezifischen Situationen als Führungskraft zu bekommen. Was kann ich als Projektmanager beispielsweise konkret unternehmen, wenn Arbeitspakete erweitert werden oder Zielvorgaben unrealistisch sind? Da ich, wie bereits erwähnt, in einem Kinderheim aufgewachsen bin, musste ich meine Probleme schon sehr früh selbst lösen. Ich hatte selten jemanden den ich mal um Rat fragen konnte. Während meines Ingenieurstudiums übernahm ich die Pflege eines Angehörigen und bin zusätzlich noch arbeiten gegangen. Das hat letztlich dazu geführt, dass mein Studium sich verlängert hat. Spricht man darüber mit einem Arbeitgeber? Wie erklärt man diese Situation? Ich bin froh Herrn Barth diese Fragen stellen zu dürfen und für seinen Rat sehr dankbar.

Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt? Oder haben sich Ihre Erwartungen und Ziele verändert?

Ich habe meine Erwartungen offengelegt und direkt zu Beginn kommuniziert. Und ja, meine Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt. Die Kommunikation im Betrieb ist viel besser geworden und ich weiß jetzt, was ich in schwierigen Situationen machen kann, um souveräner agieren zu können. 

Wie würden Sie Ihre Partnerschaft beschreiben?

Wir können auf Augenhöhe und vertrauensvoll miteinander sprechen. Herr Barth reagiert auch asynchron zu unseren Regelterminen und nahezu direkt auf spezifische Anfragen mit Ratschlägen, das empfinde ich als sehr hilfreich.

Wie häufig treffen Sie sich und wie laufen Ihre Treffen ab?

Wir haben alle zwei Wochen einen Regeltermin eingeführt, der auch meistens stattfindet. Wir teilen meist vorab eine kurze Agenda, welche das Grundgerüst der Gespräche darstellt. Modifikationen sind aber immer möglich. Zu Beginn haben wir den Fokus auf das Kennenlernen gelegt, um damit eine Vertrauensbasis und Grundlage zu schaffen. Wir haben danach gemeinsam einige Grundregeln definiert, um besser zu verstehen, wie die gegenseitigen Erwartungshaltungen sind. Seither können wir immer ungezwungen, aber professionell alle Themen besprechen.

Würden Sie das Mentoring-Programm weiterempfehlen und wenn ja, weshalb?

Ja, ich würde das GPM Mentoring-Programm empfehlen. Herr Barth ist ein top ausgebildeter Manager und sein Rat ist stets durchdacht. Es gibt eine Fülle an Fragen, welche wir gemeinsam behandeln und uns beide voranbringen. Dazu nutzen wir virtuelle Meetings, über die wir auch Präsentationen oder Dokumente zum besseren Verständnis teilen können.

Typische Fragestellungen sind beispielsweise: 

Wie schätze ich Arbeitspakete ein? Wie habe ich mehr Zeit für das Wesentliche? Wie erfüllt man die Erwartungshaltung von Stakeholdern? Brauche ich eine Vision? 
Wie kann ich als Führungskraft konsequenter sein? Wie führe ich erfolgreich und wie viele Mitarbeitende kann man überhaupt führen? Was sind die Aufgaben einer Führungskraft und welche Aufgaben sollten delegiert werden? Was ist die wichtigste Kompetenz einer Führungskraft und wie nutze ich diese?

Mentor Holger Barth im Interview

Herr Barth, was möchten Sie den Lesern über sich erzählen? 

Holger Barth: Mein Name ist Holger Barth und ich bin 49 Jahre alt. Nach meiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker habe ich ein Maschinenbau Studium absolviert und beschäftige mich nun seit mehr als 20 Jahren mit Projekten unterschiedlicher Prägung und in unterschiedlichen Rollen. Mein Themenschwerpunkt liegt hauptsächlich im Bereich Innovation und Produktentwicklung.


Seit wann und weshalb sind Sie GPM Mitglied und wie wurden Sie auf den Verband aufmerksam?

Mein Wissen und meine praktische Erfahrung hat sich über die Jahre aufgebaut, indem ich für viele komplexe Projekte in der Verantwortung stand – „learning by doing“ sozusagen. Ich wollte irgendwann meinen Kenntnisstand in der Breite über eine Zertifizierung anhand anerkannter Standards überprüfen. Ein wesentliches Ziel dabei war, potentielle Wissenslücken zu identifizieren, um diese gezielt verbessern zu können. Während des Vorbereitungsprozesses für die IPMA Level A Zertifizierung habe ich unter Einbeziehung der ICB4 tatsächlich nochmal mein Wissen erweitern können. Da für mich der Austausch mit Spezialistinnen und Spezialisten im Vordergrund steht und ich meine Erfahrungen auch weitergeben möchte, bin ich 2019 auch GPM Mitglied geworden.

Seit wann sind Sie Mentor im Rahmen des GPM Mentoring-Programms und mit welchen Zielen und Erwartungen sind Sie in diese Partnerschaft gegangen?

Seit Mitte 2020 nehme ich am Programm als Mentor teil. Ziel für mich ist es, meine Erfahrungen weiterzugeben aber auch Input und Feedback von jüngeren Mentees zurückzubekommen, denn auch von ihnen kann man viel lernen – dafür möchte ich offenbleiben. Gleichzeitig hilft mir der Austausch dabei mich besser zu reflektieren und trainiert mein Einfühlungsvermögen.

Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt oder haben sich Ihre Erwartungen und Ziele verändert?

Meine Erwartungen haben sich voll erfüllt. Beide Seiten profitieren von diesem Programm. Besonders möchte ich vermitteln, dass man sich selbst reflektieren können muss, um sich auch weiterentwickeln zu können. Für ein erfolgreiches Projektmanagement ist die konkrete Hilfestellung für die technischen Aspekte wichtig, noch wichtiger jedoch, ist der Umgang mit Menschen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen. Diese Fragestellungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Gespräche.

Wie würden Sie Ihre Partnerschaft beschreiben?

Es war uns von Anfang an wichtig, dass der Austausch auf Augenhöhe stattfindet. Offenheit, aber auch Klarheit und Wertschätzung sind die Leitplanken unserer Gespräche. Wir haben diese Grundregeln gemeinsam in den ersten Sitzungen definiert. Dies betrifft auch konstruktive Kritik in beide Richtungen. Das war die Basis für das Vertrauen, das sich dann über die Zeit weiter aufgebaut hat.

Würden Sie das Mentoring-Programm weiterempfehlen und wenn ja, warum?

Das Mentoring-Programm empfehle ich ausdrücklich weiter, da alle Beteiligten davon profitieren. Als Mentor bekomme ich einen Einblick in andere Sichtweisen sowie wertvolles Feedback. Wenn man eigenes Wissen formuliert, um es weiterzugeben, reflektiert man automatisch und bekommt durch die Fragestellungen des Mentees wertvolle Denkanstöße. Und bei einem geeigneten Match, werde ich auch weiterhin gerne für weitere Mentees zur Verfügung stehen.

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Nadia Saoudi

Nadia Saoudi ist innerhalb der Abteilung Marketing und Kommunikation, Teamkoordinatorin Kommunikation, Presse und Kampagnensteuerung.


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Nadia Saoudi ist innerhalb der Abteilung Marketing und Kommunikation, Teamkoordinatorin Kommunikation, Presse und Kampagnensteuerung.