Entgrenzung und Flexibilisierung der Arbeits- und Projektwelt. Mehr Motivation und Projekterfolg?

Globalisierung und Digitalisierung als Treiber der Arbeitssouveränität

Vielschichtige Veränderungen in der Arbeitswelt führen dazu, dass die intrinsische Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Bedeutung für den Unternehmenserfolg steigt. Die „Vermarktlichung“ und „Dezentralisierung“ der Wirtschaft befördern unaufhaltsam sowohl eine allgemeine Entgrenzung, als auch die spezifische Entgrenzung der Arbeit (Belwe 2007).

Grundlage hierfür sind ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse, wie die Globalisierung, die Informatisierung, die Entstehung neuer Arbeitsformen und Beschäftigungsverhältnisse, der Wertewandel und veränderte Orientierungsmuster, neue soziale Bewegungen, Individualisierung und Auflösung traditioneller Familienstrukturen, Infragestellung der geschlechtsspezifischen Segregation von Lebensbereichen, wachsende Erwerbsbeteiligung von Frauen, die De-Regulierung und die neoliberale Wirtschaftspolitik (Kratzer et al. 2003, S. 3).

Zusätzlich treibt der Fortschritt bei der Leistungsfähigkeit von Rechen- und Speicherkapazität die Digitalisierung der Wirtschaft voran (Bertschek et al. 2016).

Mobiles Internet begünstigt einen Kostenrückgang für die Übertragung von Daten, wobei ständig neue Fortschritte erzielt werden, die Einfluss auf die Organisation der Arbeit und die Tätigkeiten selbst haben (Düll 2016, S. 8).

Corona und die Selbstbestimmtheit von Arbeit

Wissensarbeit wird grundsätzlich zeitunabhängiger, ortsunabhängiger, agiler, hierachieärmer und selbstbestimmter. Die Corona-Pandemie hat mit einem Schlag viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Homeoffice verwiesen, die diese Form des Arbeitens bislang lange Zeit für ihre Arbeitssituation für unmöglich erachteten. Die aktuellen Erfahrungen verstärken und erweitern die Tendenzen und Optionen selbstbestimmter Arbeit weiter. Wir sind Zeugen eines umfassenden Wandels, dessen Auswirkungen und Potentiale derzeit noch nicht abgeschätzt werden können.

Arbeitszeitselbstbestimmung in digitalisierten Projektwelten

Anknüpfend an die im Jahr 2016 veröffentlichte Studie „Wissensarbeit und der souveräne Umgang mit Arbeitszeit in Projekten“ (Peters et al. 2016) zielt diese Untersuchung auf eine Validierung der Erkenntnisse zur zeitlichen Souveränität von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch auf eine Identifikation des aktuellen Standes digitaler Wissensarbeit aus der Perspektive der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ab.

Die Studie „Arbeitszeitselbstbestimmung in Digitaler Wissensarbeit“ möchte den gegenwärtigen Zustand digitaler Wissensarbeit auf deskriptiver Ebene beschreiben und beleuchtet wesentliche Inhalte zu Fragen der Arbeits(zeit)souveränität.

Untersucht wird unter anderem, inwieweit die wachsende Arbeitssouveränität als Ausdruck von Vertrauen, als sinnstiftend oder als Anerkennung verstanden wird oder ob die wachsende Verantwortung und somit die größeren Handlungsspielräume der einzelnen Mitarbeiter*innen auch das Konfliktpotential im Team erhöhen.

Zudem richtet das Projekt den Blick nach vorne und thematisiert die Einstellungen zur digitalen Wissensarbeit: Welche Aspekte werden positiv bewertet? Welche Aspekte der selbstbestimmten Arbeit führen zu Verunsicherung und Demotivation? Im Ergebnis stehen Handlungsempfehlungen und Einschätzungen, welche Kompetenzen digitale Wissensarbeiter*innen für das effektive Alltagsmanagement benötigen.

Bitte um Teilnahme an Umfrage

Herzlich möchten wir Sie bitten an unserer Online-Umfrage teilzunehmen und das oben beschriebene wissenschaftliche Vorhaben zu unterstützen. Teilnehmen können alle Personen, die selbst in digitalen Projekten arbeiten. Die Teilnahme an der Umfrage dauert um die 15 Minuten und ist durch Anklicken dieses Links möglich. Bei Fragen richten Sie sich an diwa@nexusinstitut.de

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auch auf der GPM Website.

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Prof. Dr. Sibylle Peters

Otto-v-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Humanwissenschaften, Prof. für Berufliche Weiterbildung und Personalentwicklung, Schwerpunkte: Führungskräftenach-wuchsentwicklung, Diversity, Projekt- und Wissensmanagement. Gastwissenschaftlerin am Institut für Arbeit und Technik der TU Berlin.


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Ansgar Düben

Studium der Geographie (Dipl.), Sozialwissenschaften und Kartographie an der Humboldt-Universität zu Berlin und FU Berlin. Seit 2005 am nexus Institut in Evaluations- und Forschungsprojekten tätig, mit Arbeitsschwerpunkt Methoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung sowie Statistik.


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Elisabeth Dienel

Studium der Sozialwissenschaften (MA) an der Humboldt-Universität zu Berlin, University of North Carolina at Chapel Hill und University of Copenhagen. Wissenschaftliche Hilfskraft am nexus-Institut im Projekt „Arbeitszeitselbst-bestimmung in Digitaler Wissensarbeit".


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Prof. Dr. Sibylle Peters

Otto-v-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Humanwissenschaften, Prof. für Berufliche Weiterbildung und Personalentwicklung, Schwerpunkte: Führungskräftenach-wuchsentwicklung, Diversity, Projekt- und Wissensmanagement. Gastwissenschaftlerin am Institut für Arbeit und Technik der TU Berlin.


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Ansgar Düben

Studium der Geographie (Dipl.), Sozialwissenschaften und Kartographie an der Humboldt-Universität zu Berlin und FU Berlin. Seit 2005 am nexus Institut in Evaluations- und Forschungsprojekten tätig, mit Arbeitsschwerpunkt Methoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung sowie Statistik.


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Elisabeth Dienel

Studium der Sozialwissenschaften (MA) an der Humboldt-Universität zu Berlin, University of North Carolina at Chapel Hill und University of Copenhagen. Wissenschaftliche Hilfskraft am nexus-Institut im Projekt „Arbeitszeitselbst-bestimmung in Digitaler Wissensarbeit".